Fakten

Ölförderung in Schwedeneck?

Bereits 1956 bis 1998 wurde in Schwedeneck Öl gefördert, zunächst von Land aus, dann über eine Bohrplattform vor der Küste. Das Restvorkommen des Öls ist lächerlich gering: 400.000 Tonnen, eine Menge, für die die Einrichtung einer neuen Bohrstation und der notwendigen Infrastruktur – Pipeline nach Gettorf, Verladebahnhof– niemals lohnen würde. Obwohl die Firma DEA bislang beteuert, dass sie Fracking „nicht einzusetzen braucht“, ist zu erwarten, dass es ihr in Wirklichkeit um die ölreiche Schieferschicht unter dem Restbestand des Ölvorkommens geht. Dieses Öl lässt sich nur durch Fracking gewinnen – mit enormen Kosten für die Umwelt und die Lebensqualität der Menschen in der Region.

Doch auch ohne Fracking würde eine Wiederaufnahme der Ölförderung an der Küste von Schwedeneck die irreversible Schädigung und Zerstörung einer Region bedeuten, die Tausenden von Menschen reines Wasser und eine gesunde Umwelt bietet und sich außerdem durch eine international geschützte Natur (europäisches FFH-Schutzgebiet) auszeichnet. All das soll dem kurzfristigen Profit eines Ölkonzerns geopfert werden: Soll für eine Ölförderung von rund 15 Jahren unser Trinkwasser auf alle Zeit verunreinigt werden?

Das Ziel unserer Bürgerinitiative ist, diesen Wahnsinn zu verhindern.

Was hat die Gemeinde zu sagen?

Die Bewilligung zur Erschließung von Lagerstätten wurde nach Bundesberggesetz durch das länder­übergreifende Bergamt (LBEG) erteilt. Bei der Bewilligung hat das Bergamt weder die Gemeinden noch die die betroffene Bevölkerung einbezogen, geschweige denn vorab informiert. Derzeit ver­weigern die Landesregierung (Minister Dr. Habeck), Bergamt und das Verwaltungsgericht Gemeinden und Bürgern, sich gegen die Entscheidungen des Bergamts zu wehren.

Tatsächlich lehnen alle Instanzen in der Region die erneute Ölförderung in Schwedeneck ab:

  • Das Umweltamt von Schleswig-Holstein hat sich in einem Gutachten von 2012 deutlich gegen eine erneute Ölförderung in Schwedeneck ausgesprochen.

  • Die Wasserverbände warnen vor der drohenden Verunreinigung unseres Grund- und Trinkwassers.

  • Die Gemeinde Schwedeneck wehrt sich gegen die Wiederaufnahme der Ölförderung.

Trotz dieses wohlbegründeten Widerstands kann das LBEG die Ölförderung bewilligen – die aktuelle Rechtslage lässt nicht zu, dass Bürger und Gemeinden ihr Recht auf sauberes Trinkwasser und eine unversehrte Umwelt juristisch einklagen.

Der Stand der Dinge: Wann wird gebohrt?

Die DEA hat 2013 vom Bergamt die Bewilligung zur Wiedererschließung der ehemaligen Lagerstätte Schwedeneck-See erhalten. Das unter der Eckern­förder Bucht liegende Öl soll von Land aus erreicht werden („Extended Reach“-Bohrung, waagrecht unter der Erde). Der nächste Schritt in Richtung Ölförderung ist der Betriebsstättenantrag.

Soweit wir informiert sind, liegt dieser Antrag noch nicht vor. Sobald jedoch die DEA ihn einreicht – und das ist für 2016 voraussichtlich vorgesehen – , ist die Wahr­scheinlichkeit groß, dass das Bergamt dem Antrag stattgibt – und wenn erst einmal die Probebohrun­gen beginnen, ist die Förderung und damit die dauerhafte Zerstörung unserer Region nicht mehr zu verhindern. Darum ist klar: Wir müssen uns jetzt gegen diesen Wahnsinn wehren!

 

Eine umfassende Dokumentation zum Vorhaben der Ölförderung in Schwedeneck finden Sie hier:

Dokumentation zu Schwedeneck bei „Stop Fracking Kiel“